Das Rebhuhn, einst Charaktervogel der offenen Kulturlandschaft, war bis in die 1960er Jahre einer der bekanntesten Feldvögel. In den vergangenen Jahrzehnten sind die Bestandszahlen der Rebhühner jedoch drastisch eingebrochen mit einem Rückgang von etwa 87 Prozent.
Rufender Rebhahn - Foto: Christian Gelpke
Sie sind in Deutschland in der Roten Liste als stark gefährdet eingestuft. Mit ein Grund warum dieser typische Agrarvogel nach 1991 zum zweiten Mal zum diesjährigen Vogel des Jahres erkoren wurde. Im Landkreis Stade gab es bis Ende der 1970er Jahre noch gute Bestandszahlen. Doch im Schneewinter 1979 /80 ging die Zahl der Rebhühner erstmals dramatisch zurück. 1990 gab es dann nur noch 1,5 Paare pro Quadratkilometer. Mittlerweile hat sich der Paarindex noch weiter auf etwa 0,3 – 0,4 verringert.
Da Rebhühner zu den jagdbaren Arten gehören, bemüht sich das Amt Naturschutz zusammen mit der Jägerschaft Stade in den letzten Jahren intensiv um den Schutz dieses Feldvogels. Hierbei geht es vor allem um die Verbesserung des Lebensraums und die Steigerung des Bruterfolgs.
„Um mehr über den aktuellen Bestand der Rebhühner zu erfahren, möchten wir in diesem Jahr alle aufrufen, Rebhuhnrufe zu melden“, erläutert Dr. Uwe Andreas, Leiter des Amtes für Naturschutz das Projekt. Ziel ist es, Daten zu sammeln, um den Rebhuhnschutz intensiver zu fördern und gezielter Schutzmaßnahmen zu ergreifen.
Jetzt von Mitte Februar bis Mitte März sind die Revierrufe der Männchen in der Abenddämmerung zu hören, maximal bis etwa eine Stunde nach Sonnenuntergang. Sie klingen wie ein raues „kirräck“, wobei die zweite Silbe betont ist. Der charakteristische Ruf ist auf der Internetseite des Schutzprojektes „Rebhuhn retten – Vielfalt fördern“ der Universität Göttingen zu finden und auch zum Download verfügbar.
Wer die Rufe hört, kann diesen Fund mit Angabe der GPS-Daten unter der E-Mail-Adresse naturschutz@landkreis-stade.de melden.
„Wir freuen uns über eine rege Teilnahme am Meldeaufruf bis Ende März“, sagt Dr. Andreas. „Werden die Rufe bereits über das Internetportal für Vogelbeobachtungen ‚www.ornitho.de‘ eingetragen, dann erübrigt sich die E-Mail“, erklärt Dr. Andreas. „Die eingegebenen Daten bei ‚www.ornitho.de‘ können direkt vom Amt für Naturschutz ausgewertet werden.“