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Pressemeldung

Kreuzotter ist Reptil des Jahres 2024

Mo, 2025-03-10 | Landkreis Stade

Bei den nun milden Temperaturen im März sind die ersten Kreuzottern aus ihrer Winterruhe erwacht. Da die Schlangen mit dem charakteristischen Zickzackband wechselwarm sind, lassen sie sich beim Sonnenbad aufwärmen. Früher noch sehr häufig vorkommend, gilt das Reptil des Jahres in Deutschland mittlerweile als stark gefährdet. Daher wurde die Kreuzotter zum Reptil des Jahres gekürt.

„Im Landkreis Stade kommen die Kreuzottern vor allem noch in unseren Schutzgebieten mit Mooren und Heiden vor“, erklärt der Leiter des Amtes Naturschutz, Dr. Uwe Andreas. „Denn hier finden die standorttreuen Tiere Sonnenplätze, Tagesverstecke und Winterquartiere, aber auch noch reichlich Nahrung.“ Kreuzottern können sehr variabel gefärbt sein, von hellgrau über olivgrau bis hin zu kupferrot. Auch ganz schwarze Tiere sogenannte ‚Höllenottern‘ treten gelegentlich auf. Typisch sind ihre senkrecht stehenden Pupillen. Das Muster der Kopfbeschuppung ist bei jedem Tier individuell, wie bei den Menschen der Fingerabdruck.

Nach den ersten Sonnenbädern, die auch der Reifung der Spermien dienen, häuten sich die etwa 60 bis 80 Zentimeter langen Tiere. Dabei streifen sie ihre alte Schlangenhaut mühsam abstreifen. Die Paarungszeit beginnt zumeist im April/Mai. Wenn mehrere Männchen aufeinandertreffen, kann es zu Kommentkämpfen kommen. Dabei richten die Konkurrenten ihre Oberkörper auf und versuchen sich gegenseitig zu Boden zu drücken. Von August bis September bringen dann die Kreuzotterweibchen lebende Jungschlangen zur Welt, die etwa bleistiftgroß sind.

Zu ihren Beutetieren gehören vor allem Eidechsen, Frösche und Kleinsäuger, die sie durch Züngeln aufspüren. Mit speziellen Sinneszellen auf der Zunge können sie ihre Beute genau lokalisieren. Dann schnappen sie blitzschnell zu und injizieren ihr Gift, das nach wenigen Minuten wirksam ist. Die einzige Giftschlange in Norddeutschland ist äußerst scheu. Bei Gefahr flüchten die Kreuzottern. „Werden sie allerdings in die Enge getrieben, können sie auch zubeißen“, warnt Dr. Andreas. „Bei einem Kreuzotterbiss besteht zwar keine akute Lebensgefahr, jedoch sollte zur Vorsicht ein Arzt aufgesucht werden. Daher bitte ich alle Besucherinnen und Besucher der Schutzgebiete auf den ausgewiesenen Wegen zu bleiben und ihre Hunde anzuleinen.“

Eine Übersicht der Schutzgebiete mit den dazu herausgegebenen Faltkarten finden Interessierte auf der Internetseite des Landkreises Stade unter dem Suchbegriff ‚Schutzgebiete erleben‘.

Kreuzotter beim Sonnenbaden. Foto: Linnea Schüch – Kreuzotter beim Sonnenbaden.

Kreuzotter beim Sonnenbaden. Foto: Linnea Schüch