Pflasterfugen – ein "heißer" Nistplatz
Ein Mini-Sandhaufen in den Pflasterfugen verursacht durch eine Wildbiene Foto: Janette Hagedoorn-Schüch
Eine kleine Wildbiene bringt Pollen in ihr Nest ein - Foto: Janette Hagedoorn-Schüch
Gerade an den schönen warmen Tagen finden sich vermehrt kleine Sandhäufchen in den Zwischenräumen der Pflasterung.
Hierbei handelt es sich um die Nesteingänge von kleinen Solitärbienen oder auch Grabwespen. Wer genauer hinsieht, kann die kleinen Insekten dabei beobachten, wenn sie mit Pollen an ihren Hinterbeinen oder kleinen Insekten ins Nest schlüpfen.
Solitärbienen leben nicht im Staat, die Weibchen bauen allein ihre Nester und versorgen die Brutzellen. Viele dieser Wildbienen wie die Hosenbienen oder die Schmalbienen legen ihre Nester im sandigen Boden an. Gerade aufgeheizte Pflastersteine speichern bis zum Abend hin die Wärme und werden deshalb von den wärmeliebenden Insekten als Nistplatz bevorzugt.
Anders als die Ameisen verursachen diese harmlosen Wildbienen keine Schäden an der Pflasterung. Ihre Gänge werden nach der Eiablage und der Versorgung der Brut wieder verschlossen.
Stellen die Mini-Häufchen ein optisches Problem dar, hilft gelegentliches Fegen. Das Brutgeschehen wird dadurch kaum beeinträchtigt. Außerdem sind diese Wildbienenarten nur wenige Wochen im Jahr aktiv.
Wildbienen sind wichtige Blütenbestäuber. Für die Versorgung eines einzigen Nachkommens werden bis zu 100 Blüten besucht. Sie bevorzugen trockene und halbtrockene Lebensräume mit einem großen Angebot an verschiedenen Blütenpflanzen. Aufgrund der Intensivierung der Landnutzung sind gerade diese Lebensräume sehr selten geworden. Das gilt auch für Hecken und bunte Feldränder.
Wer die nützlichen Wildbienenarten unterstützen möchte, kann im eigenen Garten Stauden, Kräuter und Wildblumen anpflanzen – Nahrung für Insekten und ein wichtiger Beitrag für die Artenvielfalt.
Die kleinen Grabwespen leben ebenfalls solitär. Sie versorgen ihre Brut mit Fliegen und spielen damit eine wichtige Rolle im Naturhaushalt. Auch diese Wespenarten, die ihren Nistplatz in Pflasterfugen anlegen, sind nur wenige Wochen aktiv.
Übrigens: Die Solitärbienen und -wespen sind völlig harmlos. Ihr Stachel kann die menschliche Haut nicht durchdringen.