Klima-Icon

Infoportal für den Landkreis Stade

Fraßgänge in Kastanienblättern

Kastanien schützen - Laub im Herbst entsorgen

Blick durch viele Kastanienblätter, durch die die Sonne scheint

Kastanienblätter ohne Befall im Frühjahr - Foto: Janette Hagedoorn-Schüch

Ein Blatt einer Kastanie mit vielen brauen Flecken, die durch den Fraß der Raupen entstanden sind.

Kastanienblatt mit vielen Fraßspuren der Raupen - Foto: Janette Hagedoorn-Schüch

Der Übeltäter ist klein, doch seine Wirkung groß. Die Miniermotte macht den Kastanienbäumen zu schaffen. Sie schränkt den Baum in seiner Vitalität ein und sorgt für braune Blätter. Sorgfältiges Laubsammeln kann den Befall von Miniermotten im nächsten Frühjahr jedoch erheblich reduzieren.

Bei der Miniermotte handelt es sich um einen nur etwa fünf Millimeter kleinen Schmetterling. Zur Blütezeit der Rosskastanien legen die Weibchen der Miniermotte zahlreiche Eier an den Blättern der Bäume ab. 

Aus diesen schlüpfen nach etwa zwei Wochen die Larven und bohren sich ins Blatt. Die Blattminen, in denen sich die bis zu vier Millimeter langen Larven und später die Puppen finden, können mehrere Zentimeter lang werden. 

Die Minen sind zunächst blassgrün und verfärben sich später durch das Absterben der Deckschichten braun. Bei starkem Befall sind viele Bäume bereits im Hochsommer vor allem im unteren Kronenbereich völlig verbräunt. 

Es können drei bis vier Generationen des kleinen Schmetterlings pro Jahr entstehen. Die letzte Generation überdauert als Puppe den Winter im Laub, das die Bäume im Herbst abwerfen.

Starke Blattschäden

Die Minierlarven verursachen bei den Rosskastanienblätter, dass ihre Fraßgänge im Blattgewebe braun werden und die Blätter frühzeitig absterben. 

Durch die reduzierte Blattfläche kann der Baum bei der Photosynthese auch weniger Kohlehydrate bilden. Das führt im Lauf der Jahre zu einer chronischen Unterernährung. In der Folge kommt es zu Wachstumsstörungen und gelegentlich zu verfrühtem Fruchtfall.

Was ist zu tun?

Um den Miniermottenbefall einzudämmen und die Gesundheit der Kastanien zu fördern, sollte das Kastanienlaub im Herbst möglichst vollständig gesammelt und in kommerziellen Kompostieranlagen entsorgt werden. 

Die Wirksamkeit der Laubbeseitigung als Erfolg im Kampf gegen die Motte wurde durch Untersuchungen der Pflanzenschutzämter bestätigt: Sorgfältiges Laubsammeln reduziert den Befall im nächsten Frühjahr um etwa zwei Drittel.

Eine Kompostierung der Blätter im eigenen Garten ist nicht anzuraten, da die hierbei erreichte Temperatur meist nicht ausreicht, um die Puppen abzutöten. Befallenes Laub sollte zu den Abfallannahmestellen des Landkreises Stade zur fachgerechten Entsorgung gebracht werden.

Fördern Sie außerdem den Vogelbestand in Ihrem Garten durch ausreichende Nistmöglichkeiten. Blau- und Kohlmeisen wurden wiederholt beobachtet, dass sie in größeren Trupps Blatt für Blatt nach Larven absuchten. Auch Schwalben und Mauersegler gehören zu den natürlichen Fressfeinden der Rosskastanien-Miniermotte.