Lebensräume für den grünen Kletterkünstler verbessern
Ein Laubfrosch hält sich mit seinen Saugnäpfen an den Fingern am Rosenast fest - Foto: Dr. Uwe Andreas
Unsere kleinste Froschart im Landkreis Stade hat viele Besonderheiten. Sie ist nur drei bis fünf Zentimeter klein und hat eine glatte, grasgrüne Haut. Da sie an den Enden der Finger und Zehen Haftscheiben hat, können Laubfrösche gut klettern. Sie sind auf Büschen und Bäumen zu finden, um nach Spinnen und Insekten zu suchen. Dort sind sie durch ihre grüne Färbung gut getarnt.
Der leuchtend grüne Kletterkünstler ist als sogenannter Kulturfolger ein fester Bestandteil unserer Agrarlandschaft. Diese ist geprägt durch ihre Hecken, Wiesen und vor allem fischfreie Kleingewässer. Laubfrösche können entlang von Saumstrukturen auch über mehrere Kilometer zu neuen Laichgewässern wandern.
Im Raum Harsefeld, Ruschwedel und Apensen befindet sich eines der nördlichsten Vorkommen dieser Art. Leider sind ihre Bestandszahlen in den letzten Jahren stark rückläufig. Somit trägt der Landkreis Stade eine besondere Verantwortung für den Schutz der gefährdeten Art.
Daher werden im Rahmen eines gemeinsamen Vorhabens mit der Landwirtschaftskammer und der Ökologischen
NABU-Station Oste-Region für das Jahr 2026 Amphibienerfassungen zwischen Harsefeld, Ruschwedel und Apensen vom Amt für Naturschutz vorgesehen. Diese erfolgen während der Balzzeit von April bis Mai. Dann versammeln sich die Laubfroschmännchen spätabends an den Laichgewässern zu größeren Gruppen und locken mit ihren Rufen die Weibchen an. Dabei kann die Lautstärke sogar bis zu 90 Dezibel betragen. Die Erfassungen dienen der Aktualisierung des Datenbestands und bilden die Grundlage für die Planung und Umsetzung notwendiger Schutz- und Erhaltungsmaßnahmen.
Zusätzlich sollen gemeinsam mit möglichst vielen Akteuren aus den Bereichen Landwirtschaft, Jagd, Politik und Naturschutz Maßnahmen zum Erhalt und Förderung von Amphibienlebensräumen erreicht werden. Dazu gehören beispielsweise die
Wiederherstellung, Pflege und Neuanlage von Laichgewässern sowie die Pflanzung und Pflege von Hecken- und Gehölzstrukturen oder Säumen. Diese dienen als Verbundsystem zwischen den verschiedenen Laichgewässern.
Alle Eigentümer oder Bewirtschafter von geeigneten Flächen im Raum Harsefeld, Ruschwedel und Apensen können an den Maßnahmen teilnehmen. Für die Verbesserung der Lebensräume stehen Fördermittel zur Verfügung.
Interessierte können sich gerne per Kontaktformular melden.